Inhalt/Kommentar:
Alice soll auf das Haus ihrer beiden besten Freunde
aufpassen. Diese verreisen. Es ist ein großes luxuriöses
Haus inkl. Pool, welches sehr nah an einem Wald liegt.
Eines Nacht kommt ein Fremder aus dem Wald und geht im
Pool baden. Alice beobachtet das ganze sorgenvoll und dann
bekommt sie auch noch seltsame Anrufe. Sie fühlt sich
bedroht und bangt um ihr Leben und so bewaffnet sie sich
mit einem Säbel, welcher im Wohnzimmer hängt.
Wenig später als der Fremde im Pool verschwunden ist, steht
wieder ein Fremder wo der Haustür und Alice in ihrer Panik
spaltet dem Fremden mit dem Säbel den Schädel. Aber das
ist erst der Anfang von Alices Problemen... und womöglich
auch das kleinere Übel.
Richard Laymon hat mich mal wieder in seinen Bann gezogen
und überzeugt. Im direkten Vergleich hat mir zwar
Rache
besser gefallen, aber
Nacht brauch sich hinter
diesem nicht zu verstecken.
Auch diese Geschichte ist wieder gefüllt mit Sex und Gewalt
- was könnte man hier für einen schönen
(S)Exploitationsfilm draus drehen. Nun gut an den doch
zahlreichen Vergewaltigungen gibt es nichts zu beschönigen
und lehne sowas auch ab, aber die Männer bekommen hier
auch ordentlich was ab. Ja ich meine wortwörtlich bekommen
die Männer etwas ab.
Weil hier steht ihnen eine starke Frau gegenüber! Sie
musste aber auch schon viel erdulden und in der kommenden
Nacht und den folgenden Tagen wird es auch nicht einfacher
für sie. Alice, die Gute ist gemeint. Sie erzählt hier
ihre Geschichte und spricht einen direkt an. So beginnt das
Buch auch mit den Worten:
"Hallo. Ich bin Alice. Das
hier ist das erste Buch, das ich schreibe.". Und ich
kann sagen, dass sie mir von Anfang an sympathtisch war -
aber zu diesem Zeitpunkt wusste ich auch noch nicht wie sie
sich entwickeln wird und das man(n) sich eigentlich vor ihr
acht geben sollte.
Dennoch bekommt man die Gelegenheit mit ihr mitzufiebern
und immer tiefer in diesen Sumpf aus Sex und Gewalt
einzutauchen. Die Atmosphäre ist wirklich sehr gut
gelungen, die Spannung kommt keinesfalls zu kurz und der
Humor auch nicht. Hier findet man eher schwarzen Humor,
aber dieser ist doch meist der Beste! Da eins der Opfer
schon bekannt ist, kann ich ruhig ein Beispiel geben. Den
Fremden, den Alice mit dem Säbell den Schädel spaltet, will
sie in den Kofferraum seines Autos legen, aber er ist ihr
zu schwer und sie stürzt immer wieder hin und besudelt sich
am ganzen Körper mit seinem Blut. Und da dies nicht von
Erfolg gekrönt wird, nimmt sie wieder den Säbel zur Hand
und schlägt Arme und Beine ab um die Reste besser in den
Kofferraum zu bekommen oder wo sie einem Mann den Penis
abbeißt, fragt sie noch ob sie Senf dazu haben könne.
Makaber - aber mir gefällt es!
Ich habe nur einen Kritikpunkt an diesem Buch. Oder besser
gesagt der Geschichte. Sie ist um 100 bis 150 Seiten zu
lang. Hier hätte Laymon die Geschichte ruhig noch etwas
straffen können, denn gerade im letzten Teil wiederholt
sich manches und konnte man sonst noch über all die Zufälle
hinweg schauen, wird es hier dann doch zu viel. Das
eigentliche Ende ist dann wieder gut und auch passend, aber
zu vor hätte man ruhig einiges weglassen können oder es
schnell abgehandelt.
Ansonsten ist dieses Buch empfehlenswert - allerdings nur
für Leute, die einen ähnlich schlechten Geschmack haben wie
ich.

Ich hab mir auch noch vorgenommen die anderen
Bücher von Laymon mal zu lesen; also darf man noch gespannt
sein was dort kommen mag.