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scarlet diva

Freddy Krüger

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Sonntag, 16. März 2008, 00:58

Das Netz (Klaus Kinski)

Das Netz



Produktionsland : Deutschland
Produktionsjahr : 1975

Genre : Drama, Thriller
Lauflänge : 102 Minuten
Freigabe : ab 16 Jahren

Regie : Manfred Purzer
Drehbuch : Manfred Purzer
Buch : Hans Habe
Musik : Klaus Doldinger

Darsteller :
Mel Ferrer
Klaus Kinski
Heinz Bennent
Elke Sommer
Andrea Rau
Susanne Uhlen
Carlo de Mejo
Claudia Gora
Sabine von Maydell
Giovanella Grifeo



Inhalt :
Emilio Bossi, Reporter einer römischen Illustrierten, hat eine Story im Auge, die wie eine Bombe einschlagen wird. Er glaubt, den Mörder eines Callgirls, den sogenannten „Enzian-Mörder“ zu kennen. Allerdings hat er nicht vor, ihn sofort der Polizei auszuliefern, er spinnt ein teuflisches Netz, in dem sich der Mörder fangen und ihm vor allem seine Bombenstory liefern soll. Die Zeit drängt, auch die Polizei ist bereits auf der richtigen Spur … (VHS-Klappentext, Taurus)


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Ausführlicher Filminhalt + Filmkritik :
Klaus Kinski ist Emilio Bossi, Reporter der römischen Zeitung „Quest´ora“ – aalglatt und immer auf der Suche nach einer Riesenstory. Diese hat Bossi auch gefunden – er kennt die Identität des Frauenmörders Aurelio Morelli.
Morelli (Mel Ferrer), ein alternder Schriftsteller, hat in Rom die Prostituierte Hertha Enzian (dargestellt von Andrea Rau, die zwar immer sehr hübsch aber leider nie sehr talentiert war und Karriere als Dauerleiche in diversen´Derrick´-Folgen machte) umgebracht. Bossi ist per Zufall hinter sein Geheimnis gekommen und wittert nun seine große Chance. Anstatt zur Polizei zu gehen bietet er Morelli mehrere Millionen Lire für dessen Memoiren und die Exklusivrechte an. Morelli nimmt das Angebot an, hat jedoch seine ganz eigenen Pläne, was seine Zukunft anbelangt. In der Folgezeit entwickelt sich ein spannender Psychokampf zwischen beiden. Auf der einen Seite der sensationsgeile Reporter, der notfalls auch über Leichen geht … auf der anderen Seite der psychopathische Autor, der sie ihm frei Haus liefert und immer mehr zur lebendigen Zeitbombe mutiert.

In Rückblenden wird erzählt, wie aus dem biederen Schriftsteller Morelli ein eiskalter Killer wurde. Nach dem bescheidenden Erfolg seines letzten Buches war Morelli gezwungen, eine Stelle als Privatlehrer anzunehmen. Dabei lernte er sein erstes Opfer, Lucia, kennen. Obwohl erst im Teenageralter, war sie schwanger geworden und erhoffte sich von Morelli Hilfe. Morelli betrachtet sich jedoch als Revolutionär im Kampf gegen die Unreife, den Unrat und die Sittenlosigkeit. Anstatt Lucia zu helfen tötet er sie, um sie – wie sein verdrehter moralischer Verstand ihm vorgaukelt – vor Schlimmeren zu bewahren. Seine Morde begeht er stets am 14. Oktober, seinem Geburtstag.

Doch nun lauert im Hintergrund Bossi mitsamt seinem Fotografen Francesco und verfolgt jeden Schritt Morettis. Bossi hat sich Informationen bei Christa Sonntag (Elke Sommer), einer Freundin der Enzian, besorgt. Aber auch Inspektor Canonica (Heinz Bennent) erhofft sich von ihr wichtige Hinweise. Bossi ist ihm jedoch immer eine Nasenlänge voraus. Skrupellos geht er nur seinen eigenen Interessen nach, wohl wissend, dass noch weitere Opfer folgen können. Sehr zum Unwillen von Francesco, dessen Vater der mächtige Boss von ´Quest ´ora´ ist.

Morelli hat sich auf Kosten der Zeitung in eine kleine Ortschaft aufs Land zurückgezogen, um an den Memoiren zu arbeiten. Dabei lernt er auch die junge Agnese (Susanne Uhlen) kennen. Sie ist eine begeisterte Leserin seiner Kunst und erscheint ihm so ganz anders als die übrige verruchte Jugend. Zu Agnese fasst Morelli Vertrauen und bittet sie schließlich, mit ihm zusammen zu flüchten. Doch leider liebt sie zwar seine Bücher und seine Lyrik erfüllt ihr Herz – doch lieben kann sie ihn deswegen nicht. Morelli, innerlich zutiefst verletzt, bringt im Affekt auch Agnese um.

Canonica ist unterdessen auch nicht untätig geblieben und weiß inzwischen von Christa Sonntag, dass sein Erzfeind Bossi die Identität des Mörders kennt. Daraufhin wird sie von Bossi übel zugerichtet. Es bleibt ihm aber nichts anderes übrig, als dem Inspektor seine Hilfe anzubieten, wenn er nicht selber ins Gefängnis will. Von Bossi erfährt der Polizist, dass für Morelli „die Erde nur im Wasser erträglich ist“. Eine Information, die letztendlich zu spät kommt – Morelli ist ins Meer gegangen und hat sich dort erschossen.

Durch einen weiteren geschickten Schachzug stellt Bossi sich als Held dar und wird als derjenige gefeiert, der der Polizei den entscheidenden Hinweis gegeben hat. Frustriert muss Canonica erkennen, dass er Bossi nicht zur Rechenschaft ziehen kann, obwohl dieser eine beträchtliche Mitschuld am Tode von Agnese trägt. In dem ganzen trübsinnigen Spiel aus Intrigen, falsch verstandener Ethik, Hetzkampagnen, Liebe und Tod gibt es am Ende nur einen einzigen Gewinner – Emilio Bossi.

Klaus Kinski tobt sich in der Rolle des Emilio Bossi voll aus. Er brettert mit einem roten Cabrio durch die Straßen Roms, immer lässig eine Kippe im Mundwinkel. Mit Ohrring, schulterlangem Haar, offenem Hemd und stets seine beliebte verschlagene Visage zeigend, möchte man ihm liebendgerne die elbige polieren. Er spielt nahezu perfekt den arroganten Schnösel, der nur an die nächste Schlagzeile und an seinen Profit denkt. Klaus Kinski bietet hier die wirklich grandiose Mischung aus seiner eigenen Person, stets arrogant und allwissend wirkend, und den ihm so verhassten Reportern, die ihn immer wie die Aasgeier umschwirrten. Kaum einer weiß besser Bescheid um die Hinterhältigkeit und die Hartnäckigkeit der schreibenden Zunft auf der Jagd nach einer neuen Skandalstory.

Und Kinski macht es sichtlich Spaß, diese Rolle zu spielen. Fast scheint er mal wieder sich selbst zu spielen, so unbekümmert und überzeugend stellt er diesen Bossi dar. Furchteinflößend und abstoßend wirkt er in einer Szene, in der er Elke Sommer in ihrer Rolle als Christa Sonntag brutal misshandelt. Ansonsten setzt er stets eine undurchschaubare, liebenswürdige Miene auf. Welch eine Ironie, dass ausgerechnet ein Klaus Kinski einen Satz wie „Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Information“ in seinem Skript stehen hat.

In jedem Fall liegt mit „Das Netz“ ein solider, spannender Thriller mit einer düsteren Grundstimmung vor, der in der Hauptsache durch das Duell der beiden Hauptdarsteller Kinski und Mel Ferrer lebt. Einer ist dem Anderen ausgeliefert. Ferrer/Morelli muss fürchten, von seinem Mitwisser an die Polizei verraten zu werden und Kinski/Bossi muss fürchten, dass Morelli gefasst wird und er seine wertvolle Story verliert.
Am Rande sei noch erwähnt, dass Klaus Kinski, zwölf Jahre nachdem er mit Gisela Uhlen für die Edgar Wallace-Verfilmung „Das indische Tuch“ vor der Kamera stand, nun mit deren Tochter Susanne Uhlen zusammen einen Film dreht. Dadurch wird einem erst einmal wieder bewusst, über was für einen langen Zeitraum sich die Karriere von Kinski bereits erstreckt. Drei Jahre später drehte übrigens Kinski erste Tochter Pola mit Mel Ferrer ihren bekanntesten Film „Zwischengleis“. So schließt sich der Kreis.

Bewertung : 8 / 10


sid.vicious

Kannibale

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2

Montag, 9. Januar 2012, 22:10

Der Reporter Emilio Bossi kennt den Mörder eines Callgirls, den die Öffentlichkeit den Enzian-Mörder nennt. Allerdings liefert Bossi den Mörder nicht der Polizei aus, sondern wittert ein Story, die ihn zu Ruhm bringen kann.

Grundsätzlich eine gute Idee von Manfred Purzer und den Produzenten Hans Habes Roman zu verfilmen, aber unter dem Stich gesehen ist diese Verfilmung vereinzelnd zu langatmig inszeniert.

Die Grundvoraussetzungen für einen guten Film sind gegeben, eine gute Darstellerriege und auch ein sehr gute Start. Innerhalb kürzester Zeit wirbeln Mel Ferrer, Andrea Rau, Kaus Kinski und Elke Sommer durchs Bild und man scheint irgendwie sofort angekommen. Leider verflacht der Film danach und fällt in eine zu starke Ruhephase. Natürlich ist der Film nicht auf ein Spektakel ausgerichtet und in seiner Arbeitsweise nicht mit der von „Mann beißt Hund“ oder „Henry- Portrait of a serial Killer“ zu vergleichen. Dieses erwartet Niemand von einem deutschen Film der Mitte der 70er gedreht wurde. Allerdings hätte dem Film ein wenig mehr Würze gut getan. Mel Ferrer spielt die Rolle des Schriftstellers zwar ordentlich, hat jedoch manchmal die Wirkung eines Tranquilizers. Natürlich kann man jetzt auch sagen: Alles richtig gemacht. Ein von der Welt enttäuschter Mensch zeigt die Depressionen seines Lebens und das die Gesellschaft ihn zu dem gemacht hat, was er ist.

Die Anklage und Kritik an der Presse, sprich den Medien und das Überleichengehen ist recht gut dargestellt und innerhalb dieser Zeit wohl auch ein recht beliebtes Thema. Mögliche 68er Tendenzen von Purzer? Ich kann es nicht beantworten. Damiano Damiani hat auf der gesellschaftskritischen Schiene auch reichhaltig Stoff gegeben, aber ich will mich jetzt nicht in politischer Zeitgeschichte verrennen.

„Das Netz“ ist ein Film, der von Anfang an offensichtlich ist, die Frage ist nur, wer wird vor dem absehbaren Ende noch das Zeitliche segnen. Auf diesem manchmal recht pseudointellektuell wirkendem Weg, begleitet den Zuschauer ein hervorragender Klaus Kinski, der bestens zu unterhalten weiß. Das Klaus Kinski innerhalb der Dreharbeiten die ein oder andere Eskapade aufblitzen ließ, wird von Elke Sommer innerhalb eines Interviews erwähnt.

Dieses kurze Interview befindet sich unter den Extras auf der DVD und ich möchte inhaltlich Niemanden das Interesse rauben und diesbezüglich spoilern.

Fazit: Ein durchschnittlicher deutscher Film, der versucht Kritik an der Gesellschaft zu üben und der von einem sehr guten Klaus Kinski getragen wird. Für den Freund des deutschen 70er Kinos auf jeden Fall interessant, für den Mainstreamkonsumenten ein visueller Alptraum.
6,5/10

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