So, aufgrund der Empfehlung hier und einiger guter Rezenionen bei Amazon habe ich mir die Doppel-Blu-Ray am Samstag mal spontan zugelegt.
Eigentlich schrecken mich nach all den Enttäuschungen der letzten Jahre B-Zombiefilme, genau wie Picard, ja ab. Doch diesmal wurde ich eines besseren belehrt, denn es geht auch anders. Mit geringen Mitteln filmten die Ford Brothers einen stimmigen, harten und vor allem sehr stimmungsvollen Zombiesplatter auf den George A. Romero stolz sein kann. Endlich sind die wahren Zombies wieder da: langsam, schlurfend, hungrig und vor allem strunzdumm. Diesmal verschlägt es die Protagonisten ins heiße Afrika - genauer gesagt nach Ghana und Burkina Faso - wo die Seuche ausbricht und die letzten Überlebenden den untoten Horden entkommen wollen. Der Film beginnt dann auch gleich - nach einem kurzen Intro - mit einer heftigen Splattereinlage, in der ein ganzes Dorf mehr oder weniger aufgefressen wird. Das ist schon mal harter Tobak und man weiß sofort, woran man ist. Doch dann wird es zusehens ruhiger und man geht auf eine lange Reise mit zwei einsamen Hauptdarstellern, die bald zueinanderfinden. Beide haben ein Ziel, nämlich raus aus der Hölle! Wobei einer der beiden noch seinen Sohn finden muss.
Gemeinsam machen sie sich in einem klapprigen alten Auto durch die afrikanische Steppe auf in Richtung Norden, wo es noch ein funtionierendes Militärcamp mit Überlebenden geben soll. Und hier verwandelt sich der Film in ein echtes Roadmovie, nur eben mit Zombies. Zwei aus unterschiedlichen Kulturen stammende Männer müssen nun gemeinsam vorgehen und das ist nicht immer einfach. Dennoch raufen sie sich zusammen und anhand der ständig lauernden Gefahr bleibt ihnen auch nichts anderes übrig...
Das ist wieder ein Zombiefilm wie er sein soll, ohne fette Actionszenen, ohne sinnlose Dialoge (obwohl der Monolog des Häuptlings in dem einen Dorf schon arg pathetisch wirkt), ohne "besondere" Zombies und vor allem ohne eine wirkliche Lösung oder eine Erklärung für die Zombie-Invasion zu bieten. Dem Zuschauer bleibt es selbst überlassen, was er aus den gegebenen Informationen macht und das macht den Reiz solch eines Filmes eben aus, was leider oft vergessen wird. Auch technisch weiß der Film zu überzeugen. Das Bildformat ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig (1.77:1) und vor allem in einigen nächtlichen Außenaufnahmen ist die Empfindlichkeit des Films deutlich am Bildrauschen auszumachen, aber damit kann man leben. Die Kamerafahrten und -Einstellungen sind jedenfalls professionell und auch der Schnitt sitzt auf dem Punkt. Die Darsteller bleiben auf B-Film-Niveau, spielen ihre Rollen aber soweit perfekt aus, dass man nicht meckern kann, auch wenn es manchmal an "echten" Emotionen fehlt. Aber der Film ist nunmal kein 08/15-Hollywoodschinken.
Die Effekte sind jedenfalls auf sehr hohem Niveau und die Splattereinlagen sind ein Fest fürs Auge.

Dennoch schafft es der Film den Ernst des Ganzen immer im Blick zu behalten, denn dies ist kein alberner Zombiespaß sondern die Auferstehung der Toten, die sich an den Lebenden gütlich tun wollen. Durch den Einsatz eines wirklich ausgetüftelten Soundtracks (Hut ab!) wird zusätzliche Stimmung erzeugt, die zwar nicht so endzeitmäßig ist wie von mir erwartet, aber dennoch sehr passend.
Was ich nicht ganz so positiv, so wie Picard oben ja auch schon schrieb, fand sind die eher albernen Kontaktlinsen der Zombies, aber hier musste man wohl sparen. Ansonsten sind die Maskeneffekte nämlich durchaus ansehnlich. Natürlich haben es sich die Macher auch einfach gemacht in dem sie den Film überhaupt in Ghana und Burkina Faso gedreht haben, denn dort sind vor allem die Statisten sehr billig. Aber wen schert`s wenn dabei ein ansehnliches Ergebnis herauskommt?
Eine absolute Empfehlung für echte Zombiefans und Romero-Anhänger.